Jil Sander

Jil Sander

Heidemarie Jiline Sander wuchs in Hamburg mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater auf. Nach einem Textilingenieur-Studium an der Staatlichen Ingenieurschule für Textilwesen in Krefeld ging sie als Austauschstudentin nach Los Angeles. Nach zwei Jahren kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, um dort als Moderedakteurin für verschiedene Frauenzeitschriften (Constanze und Petra) zu arbeiten. 1967 eröffnete die damals 24-Jährige im Hamburger Stadtteil Pöseldorf als Jil Sander eine Modeboutique, gründete 1968 die Jil Sander GmbH und verkaufte ab 1973 neben Mode von Sonia Rykiel, Thierry Mugler und anderen auch ihre eigenen Kollektionen. Aber erst 1976 schaffte sie mit dem so genannten Zwiebel-Look den internationalen Durchbruch. 1978 erweiterte sie ihre Produktpalette um die Pflegeserie „Jil Sander Woman Pure“, die sie jahrelang mit dem eigenen Konterfei bewarb.

Anfang der 1990er Jahre wurde die propagierte Mode androgyner. Die von Jil Sander in hauchzarten und doch schlichten Kreationen über den Mailänder Catwalk geschickten Supermodels wirkten so elfengleich, dass sich der Spruch „Jil Sander is hot Armani not.“ etablierte.

Ihre Konzentration auf die Frauenmode änderte Sander 1997, als sie erstmals – im gewohnt schlichten Stil – auch Kollektionen für Männer entwarf.

1999 kaufte der italienische Konzern Prada 75 Prozent der Stammaktien der „Jil Sander AG“. Im Jahr 2000 räumte Jil Sander wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem Prada-Chef Patrizio Bertelli überraschend ihren Posten als Vorstandsvorsitzende, übernahm aber im Mai 2003 wieder die Design-Verantwortung. Im November 2004 verließ sie ein zweites Mal das von ihr gegründete Unternehmen. Die kreative Leistung Jil Sanders ist unbestritten.

Im März 2004 erhielt Jil Sander den Ehren-Parfüm-Oscar für ihr Lebenswerk von der Fragrance Foundation Deutschland.

Ihr Markenzeichen, eine Art „New Look“ für Karrierefrauen, die seit Anfang der 1980er Jahre begannen, Führungspositionen zu erobern, ist der stark auf die Körperproportionen geschnittene Hosenanzug, sowie ein schlichter Trenchcoat und das weiße Oberhemd. Hierbei wird auf unnötige Details verzichtet. Die Materialien zeichnen sich – wie bei Designerware üblich – durch sehr hohe Qualität aus. Als Farben dominieren schwarz, grau, weiß, beige, braun und dunkelblau. Dass ihre Mode untereinander und mit Mode anderer Designer kombinierbar ist, machte sie als Erfinderin des „Zwiebellooks“ berühmt.

Im März 2011 wurde die Kollektion +J von Jil Sander mit dem Insurance Design Award ausgezeichnet. Dieser Preis wird vom Londoner Design Museum vergeben und gehört zu den renommiertesten Designpreisen.

Die Brillenmode setzt diesen Stil fort und ist in den Farben grau, Braun und schwarz sowohl als Sonnenbrille, als auch als Korrektionsbrille das wichtigste Accessoire der Frau.