sehtest-02-74rotbraun-gruenWas sind Farbsehstörungen?

Was ist eine Farbenblindheit?

Auch wenn viele Menschen unter den Begriffen Farbsehstörung (Farbsehschwäche) und Farbenblindheit dasselbe verstehen, liegen dennoch verschiedene Störungen zugrunde.
Ein Mensch, der eine Farbsehschwäche hat, erkennt manche Farbtöne nur eingeschränkt. Dabei sind alle Sinneszellen in der Netzhaut, mit denen er farbig sieht, vorhanden. Allerdings funktioniert ein Teil von ihnen fehlerhaft. Ein Mensch mit einer Grünschwäche erkennt „Grün“ nur dann, wenn es besonders kräftig  ist. Gleiches gilt entsprechend für Personen mit einer Rotschwäche.
Liegt eine teilweise Farbenblindheit vor, fehlt dagegen ein Teil der Sinneszellen. Betroffene besitzen dann nur zwei funktionstüchtige Zapfentypen, wodurch das Farbsehen erheblich reduziert ist. Besondere Bedeutung kommt der Rotblindheit zu. Menschen, die diese Farbe nicht wahrnehmen, erkennen auch ein kräftiges Rot nicht. Sie sehen zum Beispiel bei Nebel nicht das rote Rücklicht des vor ihnen fahrenden Autos, sondern schlicht Schwarz.
Nur sehr selten können Menschen gar keine Farbnuancen wahrnehmen – sehen also nur schwarz, weiß und Grautöne. In diesem Fall liegt eine totale Farbenblindheit vor.
Sowohl eine Farbsehschwäche als auch eine Farbenblindheit kann angeboren oder erworben sein. Bei den angeborenen Formen tritt meist eine Rot-Grün-Störung auf. Sie betrifft etwa acht Prozent der Männer und weniger als ein Prozent der Frauen. Dagegen stellt ein eingeschränktes Blau-Gelbsehvermögen die häufigste erworbene Farbsehstörung dar. Diese Formen können als Folge einer Augenkrankheit auftreten (zum Beispiel einer Makuladegeneration).
Da vielen Menschen nicht bewusst ist, dass sie eine Farbsehschwäche haben, kommt der Früherkennung eine große Bedeutung zu. Personen, die eine bestimmte Farbe gar nicht oder nur eingeschränkt erkennen, eignen sich für manche Berufe nur bedingt. Auch im Straßenverkehr haben sie Probleme.

Vorteil Chromagen

Jeder elfte deutsche Mann leidet an einer vererbten Rot-Grün-Sehschwäche – und hat Probleme, die Lichter einer Ampel zu erkennen oder Blumen zu unterscheiden. Rund fünf Prozent der Deutschen leiden an angeborener Legasthenie und ihren Symptomen: Buchstaben tanzen über ein Blatt Papier, Wörter versinken im Hintergrund, Textzeilen flimmern so schnell, dass man sie kaum lesen kann.
Mit Chromagen-Kontaktlinsen kann den vier Millionen Menschen mit Farbsehschwäche und den drei Millionen Legasthenikern in Deutschland geholfen werden.

Seit Jahren erfolgreich

Bereits seit 1996 werden Chromagen-Kontaktlinsen erfolgreich in England eingesetzt. Farbfehlsichtige und Legastheniker können die Kontaktlinsen über spezialisierte Augenärzte und Augenoptiker beziehen.

Farbwahrnehmung: von 2.000 auf 6.000 Farben

Das Geheimnis der Chromagen-Kontaktlinsen sind ihre Farbfilter, die individuell an jedes Auge des Patienten angepasst werden. Diese Filter helfen dabei, Farben besser zu unterscheiden und die Anzahl der wahrgenommenen Farben und Schattierungen von circa 2.000 auf circa 6.000 zu steigern. Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung bestätigten 97% der Testpersonen eine verbesserte Farbwahrnehmung. Die Träger der Kontaktlinsen berichteten außerdem davon, Farben heller und klarer wahrnehmen und besser benennen zu können.

Legasthenie: Besser schreiben als Einstein

Bei Legasthenikern harmonisieren die Filter dagegen vermutlich die Zusammenarbeit der Sehbahnen. Sie tragen so dazu bei, die Störung der visuellen Verarbeitung auszugleichen, die mitverantwortlich für die Legasthenie ist. Eine wissenschaftliche Studie mit 434 Kindern bestätigt die Wirkung von Chromagen: Bei über 90% der jungen Patienten verbesserten sich die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten um mindestens 45%, bei der Mehrzahl von ihnen sogar um über 75%.
Chromagen-Kontaktlinsen können weder Farbsehschwächen noch Legasthenie heilen, aber sie erleichtern den Alltag der Betroffenen. Farbfehlsichtige kommen sicherer durch den Straßenverkehr und können den Blumenstrauß für die Angebetete endlich geschmackssicher aussuchen. Und Legasthenikern hilft Chromagen vielleicht dabei, besser zu lesen und schreiben als so berühmte Legastheniker wie Albert Einstein und John F. Kennedy.

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