Sklerallinsen
Wenn herkömmliche Kontaktlinsen an ihre Grenzen stoßen
Was sind Sklerallinsen?

Sklerallinsen sind spezielle formstabile Kontaktlinsen, die nicht direkt auf der Hornhaut, sondern auf der weniger empfindlichen weißen Lederhaut (Sklera) des Auges aufliegen. Durch ihr Design überbrücken sie die Hornhaut vollständig und schaffen eine flüssigkeitsgefüllte Zone zwischen Linse und Auge. Dies sorgt nicht nur für einen angenehmen Tragekomfort, sondern ermöglicht auch eine stabile Sehkorrektur – mit teilweise wesentlicher Sehverbesserung – für Menschen mit irregulären Hornhautoberflächen oder pathologisch trockenen Augen.
Mini-Sklerallinsen
Mini-Sklerallinsen weisen in der Regel einen Durchmesser zwischen 15 und 17 mm auf. Dank der kleineren Größe erzielen sie einen natürlicheren Sitz, eine höhere Sauerstoffzufuhr und lassen sich auch leichter Handhaben als ihre größere Variante.
Wann sind Sklerallinsen angesagt?
Sklerallinsen kommen dann zum Einsatz, wenn kleinere, ausschließlich auf die Hornhaut angepasste Kontaktlinsen (Corneallinsen) an ihre Grenzen stoßen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine kleine Linse ständig herausfällt oder sich jemand, auch nach ausreichender Eingewöhnung, nicht an das Tragen kleiner, formstabiler Linsen gewöhnen kann. Sklerallinsen sind daher eine bewährte Lösung für Menschen mit besonderen Augenerkrankungen oder komplexen Hornhautverhältnissen, wie:
- Keratokonus – Fortschreitende Hornhautverformung, bei der herkömmliche Linsen bei fortgeschrittenen Stadien manchmal nicht mehr stabil sitzen.
- Keratoplastik – Nach einer Hornhauttransplantation kann die unregelmäßige Hornhautoberfläche eine Herausforderung für andere Linsenarten darstellen.
- Irreguläre Hornhaut – Etwa nach Verletzungen oder bei Narbenbildung.
- Trockene Augen – Die flüssigkeitsgefüllte Zone unter der Sklerallinse kann den Komfort erheblich verbessern und Betroffenen wieder Lebensqualität bieten.
| Indikation / Eigenschaft | Sklerallinsen | Mini-Sklerallinsen |
|---|---|---|
| Keratokonus | sehr geeignet, hohe Stabilisierung | gut geeignet bei milderen Formen |
| Irreguläre Hornhaut (z. B. nach Transplantation) | überbrücken zentral-periphere Unregelmäßigkeiten gut | begrenzte Überbrückung möglich |
| Trockene Augen | große Flüssigkeitskammer für konstanten Feuchtigkeitsfilm | besser als normale Linsen |
| Post-LASIK | decken operative Veränderungen effektiv ab | eingeschränkt wirksam |
| Hornhautnarben / -degeneration | sehr effektiv bei Narben | eingeschränkt geeignet |
| Hornhautdurchmesser-Anforderung | > 17 mm – vollständige Skleraalauflage | 15 – 17 mm – kleinerer Durchmesser |
| Tragekomfort | hoch | mittel – etwas weniger stabil, leichter zu tragen |
| Einsetz-/ Handhabungsaufwand | hoch – erfordert Sauger & Flüssigkeitsfüllung | mittel – einfacher zu handhaben |
| Sauerstoffversorgung (relativ) | niedriger – durch großen Durchmesser eingeschränkter Gasaustausch | etwas besser – geringfügig besser |
| Anpassaufwand | hoch – komplexe, computergestützte Anpassung nötig | mittel – etwas kürzerer Anpassprozess |
| Preisniveau (wird meist von den Kassen bezahlt) | hoch – maßgefertigt | mittel – günstiger als große Sklerallinsen |
Die Anpassung erfordert Erfahrung
Die Anpassung von Sklerallinsen ist hochkomplex und erfordert eine präzise Vermessung und gewissenhafte Nachkontrolle der Verträglichkeit. Unsere Spezialisten nutzen modernste Messtechniken und ihre langjährige Erfahrung, um:
Die Hornhautgeometrie exakt zu erfassen.
Den Sitz der Linse individuell zu kontrollieren und optimieren.
Physiologische Unversehrtheit der Hornhaut sicherzustellen.
Ihre Kontaktlinsenspezialisten bei Augenoptik SCHÄFER haben viel Erfahrung in der Anpassung von Sklerallinsen. Moderne Linsenmaterialen sind hochgasdurchlässig, sodass bei optimaler Anpassung, je nach Vorschädigung der Hornhaut, auch ein ganztägiges Tragen über viele Jahre möglich sein kann. Wichtig sind halbjährliche Kontrollen und eine regelmäßig, in der Regel jährlich erfolgende Erneuerung der Linsen.
Sklerallinsen richtig aufsetzen
- Legen Sie die Sklerallinse auf die vorgesehene Aufsetzhilfe.
- Füllen Sie die Sklerallinse randvoll mit konservierungsmittelfreier Kochsalzlösung, um diese dann möglichst ohne Luftblase aufzusetzen.Verwenden Sie einen auf dem Tisch liegenden Spiegel. Beugen Sie Ihren Kopf möglichst nahe über den Spiegel und ziehen Ihr Kinn Richtung Brust, sodass Ihr Gesicht parallel zum Tisch ist. Beobachten Sie alle weiteren Handhabungsschritte mit beiden Augen.
- Ziehen Sie Ihr Oberlid mit dem Zeigefinger Ihrer freien Hand nach oben. Nutzen Sie den Daumen oder Mittelfinger der gleichen Hand, um das Unterlid nach unten zu ziehen. Halten Sie beide Augen weit geöffnet, während Sie direkt in den Spiegel schauen. Setzen Sie die Sklerallinse mit Kochsalzlösung gefüllt
möglichst mittig auf das Auge.
Schauen Sie beim Aufsetzen immer in den Spiegel und nicht auf die Aufsetzhilfe mit der Kontaktlinse.
Zuerst spüren Sie die Flüssigkeit, dann drücken Sie die Linse sanft auf Ihr Auge. Die Linse liegt nun leicht auf der Augenoberfläche an. Schließen Sie langsam Ihr Auge und führen Sie dabei Ihren Kopf von der Aufsetzhilfe weg.
WICHTIGER HINWEIS:
- Waschen Sie bitte Ihre Hände immer gründlich, bevor Sie Ihre Kontaktlinsen handhaben.
- Trocknen Sie Ihre Hände mit einem fusselfreien Handtuch ab.
- Verwenden Sie zur Pflege Ihrer Kontaktlinsen ausschließlich die empfohlenen Pflegemittel
Das Absetzen der Linsen
- Befeuchten Sie Ihr Auge mit konservierungsmittelfreier Nachbenetzungs- oder Kochsalzlösung.
- Massieren Sie mit dem Unterlid den unteren Sklerallinsenrand, damit sich die Linse auf dem Auge lockert.
- Halten Sie Ihr Ober- und Unterlid mit der freien Hand genauso weit geöffnet wie beim Aufsetzen der Kontaktlinse.
- Setzen Sie nun den leicht angefeuchteten Sauger im unteren Randbereich auf die Sklerallinse
- Kippen Sie den Sauger von unten nach oben, sodass im unteren Sklerallinsenbereich die Sogwirkung unterbrochen wird.
- Die Linse kann jetzt langsam vom Auge entfernt werden. Lassen Sie die Lider nicht los, bis die Sklerallinse vom Auge abgenommen werden konnte.
